Wiederaufbau Brauhaus auf Burg Bodenteich

Förderkreis Burg Bodenteich e.V.

Brauhaus-Spenden übergeben – Noch weitere Spenden möglich

Seit zwei Jahren hat der Förderkreis Burg Bodenteich e.V. den Wiederaufbau des Alten Brauhauses auf der Burg Bodenteich durch Spendensammlungen mit der gleichzeitigen Vergabe von persönlichen Urkunden als symbolische Bausteine, durch laufende Sammlungen im Museum und durch weitere Aktionen unterstützt.

Mit dem Betrag von etwas über 11600 Euro wurde das zu Anfang gesteckte Traumziel bereits übertroffen. Förderkreisvorsitzender Rolf Simon , für den der Wiederaufbau des Brauhauses eine Herzensangelegenheit ist, freut sich sehr über die große Resonanz, die gerade die Spendenaufrufe in diesem Jahr gefunden haben und möchte sich auch auf diesem Weg ganz herzlich bei allen Spendern bedanken.

Am Freitag, dem 4. November erfolgte die Übergabe der Spenden für das Brauhaus während des Bürgerfestes zur Einweihung des wieder aufgebauten Brauhauses.

Über die genaue Verwendung der Spenden finden zurzeit Gespräche mit dem Architekten und Vertretern des Fleckens statt. Favorisiert werden z. Zt. die Teilrestaurierung und der Wiederaufbau der alten Braupfanne aus dem Jahr 1656 sowie weitere Projekte im Braukeller. Mit Hilfe der Brauhausspenden soll auf jeden Fall etwas geschaffen werden, was sonst aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht werden könnte. Bis damit begonnen werden kann, sind auch weiterhin noch Spenden möglich. Deshalb bittet der Förderkreis Burg Bodenteich e. V. alle diejenigen, die sich bisher noch nicht zu einer Spende entschließen konnten, einen symbolischen Baustein für sich selbst, oder, was auch schon sehr oft geschehen ist, diesen als Geschenk für jemand anderen zu zeichnen.

Die Baustein-Urkunden haben eine fortlaufende Nummer und werden auf den von den Spendern gewünschten Namen erstellt. Spendenbescheinigungen können selbstverständlich ausgestellt werden. Später werden alle Bausteine – Zeichner auf eine besondere Weise in neuen Alten Brauhaus „verewigt“.

Wer am Erwerb eines Bausteins für 65 Euro und der damit verbundenen Spende interessiert ist, kann sich mit dem Förderkreis Burg Bodenteich e. V., Vorsitzender: Rolf Simon, Betriebswirt VWA, Postanschrift: Röhrser Str. 2, 29394 Lüder, Telefon: 05824 – 1350, Telefax: 05824 – 4045, Email: ROLFSIMONLUEDER@web.de in Verbindung setzen. Es ist auch möglich, den entsprechenden Betrag von 65 Euro (oder mehr) für einen Baustein direkt auf das Sonderkonto Brauhaus Nr. 3020039 bei der Sparkasse Uelzen (BLZ 258 50110) überweisen.

Es gibt noch Bausteine für das Brauhaus !

Bier aus Bodenteich war weit verbreitet

Im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau des alten Brauhauses auf der Bodenteicher Burg rückt jetzt auch das damals in Bodenteich gebraute Bier in den Mittelpunkt des Interesses. Harro Blunk, stellvertretender Förderkreisvorsitzender, hielt dazu auf dem Mitgliedertreffen des Förderkreises Burg einen kleinen Vortrag über „Bier aus Bodenteich“. Im Mittelalter gehörte Bier zu den Grundnahrungsmitteln, u.a. auch deshalb, weil es oft sauberer war als das Trinkwasser. Das Brauen für den Hausgebrauch war jedermann gestattet, das Brauen über den Eigenbedarf hinaus war ebenso wie der Bierhandel den Städten vorbehalten. Im Gebiet des alten Amtes Bodenteich wurde in der frühen Neuzeit besonders gern Bier aus Salzwedel („Soltmanns“), aber auch Uelzener Bier getrunken. Schon im 16. Jahrhundert begann der Amtshauptmann von der Wense damit, auch auf der Burg Bodenteich Bier über den Eigenbedarf hinaus zu brauen und nach außerhalb zu verkaufen. Das rief den Protest der Uelzener Brauer hervor, um den sich von der Wense aber wenig kümmerte.
Mitten im 30jährigen Krieg richtete der tüchtige Amtsschreiber Georg Kratzmann 1634 auf der Burg Bodenteich ein Brauwerk ein (vermutlich das allererste Brauhaus) und begann im größeren Stil als vorher zu brauen. Nachdem die Wirte in Bodenteich und Umgebung als Kunden für die Uelzener Brauer verloren gegangen waren und durch den Amtmann verpflichtet wurden, das Bier der Burgbrauerei abzunehmen, waren jahrzehntelange juristische Auseinandersetzungen mit den Uelzener Brauern die Folge, ohne dass das Bierbrauen auf Burg Bodenteich eingeschränkt wurde. Ein noch erhaltenes Relikt aus dieser Zeit ist die Baupfanne aus dem Jahr 1656, die der Förderkreis Burg gern für das Brauhaus restaurieren lassen möchte, wenn es machbar ist.
Im 18. Jahrhundert erbrachte das auf der Burg Bodenteich gebraute Bier, dass man allerorten „Knorrbock“ nannte, mehr Einnahmen für den jeweiligen Amtmann als die dazugehörigen Ländereien. Deshalb wurde im Jahr 1734 ein neues Brauhaus erbaut, das jetzt im Bauzustand von 1803 auf der Burg Bodenteich wieder aufgebaut wurde.
Nachdem die Burg und damit die Brauerei im 19. Jahrhundert in Privatbesitz übergegangen war, wurde Ferdinand Schulze ab 1871 der letzte Brauereiinhaber. Er stellte im Jahr 1885 auf Dampfbetrieb um und baute einen neuen Eiskeller. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Flaschenverschlüsse, die bei Ausgrabungen auf der Burg gefunden wurden. Sie dokumentieren das Verbreitungsgebiet des Bodenteicher Bieres in dieser Zeit, wie H. Blunk auf einer Karte eindrucksvoll präsentierte. Mit der Einstellung des Braubetriebes im letzten Kriegsjahr des 1. Weltkrieges 1918 endete eine fast 300jährige Brautradition auf Burg Bodenteich.

 
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