Ein Rundgang durch die Dauerausstellung des Museums
Schuhmacherwerkstatt Webstuhlzeichnung Der Rest eines Gesichtskruges aus dem 15.-16. Jahrhundert

Das Burgmodell zeigt wie die Burg im Jahr 1768 ausgesehen hat. Von den vielen Gebäuden steht heute noch der Stumpf des Burgturms und das ehemalige Amtshaus, in dem sich das Burgmuseum befindet. Der Fachwerkteil ist etwa 300 Jahre alt; der massive Querteil trägt zwar die Jahreszahl 1697 als Jahr eines größeren Umbaus bzw. des Baus des Fachwerkhauses, ist aber älteren Datums (etwa 500 Jahre alt).
In einigen bildlichen Darstellungen soll gezeigt werden, wie die Burg in früheren Zeiten wohl ausgesehen hat.
Grabtafel von Ludolf von Bodendike + 1628 im Museum
Die Burg war eine Gründung der Ritter von Bodendike, deren Stammtafel ebenso gezeigt wird wie Bilder von Erinnerungsstücken in ihren Herrensitzen wie in Schnega, Göddenstedt und Wrestedt, wohin sich die Familie von Bodendike nach dem Verkauf der Burg Bodenteich 1328 zurückgezogen hatte.
Die neuen Eigentümer, die Fürsten von Lüneburg, errichteten mit der Burg Bodenteich als Zentrum einen großen Herrschafts- und Gerichtsbezirk, der für etwa 500 Jahre den Ost- und Südteil des Landkreises Uelzen umfasste.
Der Richtstuhl der letzten Bodenteicher Hinrichtung 1847
Alte Karten des Amtsgebiets aus verschiedenen Jahrhunderten zeigen wie groß der vom Amt Bodenteich verwaltete Bezirk war. Für bis zu zwei Drittel des heutigen Landkreises Uelzen war Bodenteich Verwaltungsmittelpunkt und Sitz des zuständigen Gerichts, bis es 1859 endgültig aufgehoben wurde. Aus der Zeit des Gerichts Bodenteichs (-1859) stammt der Nachbau des Richtstuhls der letzten Bodenteicher
Hinrichtung 1847.
Was auf der Burg Bodenteich bei Ausgrabungen im Burgkeller (unter dem Fachwerkhaus) gefunden wurde, zeigt die Ausstellung von Tonscherben und Gefäßresten sowie Resten von Gläsern u. a. in der großen Wandvitrine. Die ältesten Funde stammen aus dem 9. und 10. Jahrhundert). Damals gab es wohl noch keine Burg in Bodenteich. Die blau-grauen großen Tonscherben stammen aus der Zeit der Erbauung der Bodenteicher Burg (ca. 1230 – 1250). Eine große Anzahl von Steinzeugfunden zeugen vom Wohlstand der früheren Burgbewohner.
Besonders interessant ist der Rest eines Gesichtskruges („unser Bartmann“. Daneben gibt es noch Reste von Gläsern, wie z. B. einem Krautstrunk und Stangengläsern. Außerdem wurde der Ausguss eines metallenen Handfasses, das zur Tischhygiene im Mittelalter diente.
Weitere archäologische Funde aus der frühen Neuzeit sind Glasfunde (Siegel von Pyrmonter Wasser 18. Jh. weisen auf den Wohlstand der damaligen Bewohner hin) – Tongefäße – Fußabdrücke aus der Zeit des Burgbaus in den Backsteinen- Metallfunde wie die eiserne Lanze, die in der Nähe der Burg gefunden wurde –
Sehr interessant ist eine Heiligenfigur aus Pfeifenton: Es ist der Heilige Dionysius, der erste Bischof von Paris, der auf dem Montmartre (=Berg der Märtyrer) hingerichtet wurde und der Legende nach ohne Kopf bis zu dem Platz gegangen sein soll, auf dem heute die Kathedrale St. Denis (frz. für Dionysius). Er gehört zu den 14 Nothelfern und ist der Heilige der sinnigerweise gegen Kopfschmerzen hilft.
Das früher im Flecken Bodenteich blühende Handwerk repräsentiert eine Schuhmacherwerkstatt mit kompletter Ausstattung und der sogenannten „Schusterkugel“, mit der das Licht einer Petroleumlampe auf den Arbeitsplatz gelenkt wurde. Der große Schuhmacheramtspokal (Willkomm) aus Zinn, der von einer Figur gekrönt wird, steht in einer Wandvitrine neben der Werkstatt.
Schuhmacherwerkstatt
In einem Nebenraum befinden sich alle zur Flachsverarbeitung notwendigen Geräte vom Reepenbaum über Brakmaschine, Schwinge und Hecheln bis hin zum Webstuhl. Von Zeit zu Zeit sitzt auch eine Weberin am Webstuhl, um den Besuchern diese alte Handwerkstechnik näher zu bringen.
Webstuhlzeichnung
Es gab im 19. Jh. 13 Leinewebermeister in Bodenteich und den Dörfern der Umgebung, die zur Leinewebergilde in Bodenteich gehörten. Außerdem war der Flecken Bodenteich Standort einer so genannten „Linnenlegge“, eine Art staatlicher TÜV für das Leinen, das oft zum Export ins Ausland bestimmt war. Es gibt einen Handzettel, auf dem die einzelnen Geräte näher erläutert werden.
Ein Bodenteicher Leineweber im 19. Jahrhundert
Die Aussteuer im prächtigen Aussteuerschrank aus dem Jahr 1804, den der Museumsdienst gern aufschließt, war das Endprodukt der Leinenherstellung.
Die Ur- und Frühgeschichte unserer Region repräsentieren Geräte, Werkzeuge und Waffen aus der Alt- und Jungsteinzeit, gefunden in Dörfern der Samtgemeinde Bodenteich und Urnen aus der Eisenzeit, gefunden in Suhlendorf.
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